Aus welchem Material Tanzkleidung wählen?
Wenn du Kleidung für Pole Dance auswählst, achtest du wahrscheinlich zuerst auf den Schnitt – Top, Shorts oder Ausschnitte. Aber oft denkst du nicht darüber nach, aus welchem Material sie besteht. Dabei entscheidet genau das über deinen Komfort: ob du auf der Stange rutschst, ob es nach ein paar Minuten zu heiß wird oder ob sich der Stoff unangenehm auf der Haut anfühlt.
Ebenso wichtig sind die Schuhe – die richtigen Pole Dance Heels geben dir Sicherheit auf der Stange, sorgen für Stabilität und vervollständigen dein Outfit perfekt.
Und wenn du schon einmal Kleidung ausgesucht hast (oder es bald tun wirst), wirst du merken: Stoffe sind sehr unterschiedlich. Aber es lohnt sich nicht, einfach irgendeinen zu nehmen. Es ist besser, gleich zu wissen, welche Materialien beim Training wirklich funktionieren – und welche du lieber vermeiden solltest.

Welche Anforderungen sollte Pole Dance Kleidung erfüllen?
Jeder Tanzstil hat seine eigenen Anforderungen an die Kleidung – je nach Tempo, Bewegungen und Ausdruck. Im Latein-Tanz sind leichte, fließende Stoffe wichtig, die die Hüftbewegungen betonen. Im Standardtanz dagegen Stabilität und Form, damit das Kleid bei Drehungen an seinem Platz bleibt.
Beim Pole Dance ist das anders. Hier bedeutet Stoff nicht nur „bequem und schön“. Das Material muss dem Kontakt mit der Stange standhalten – es darf nicht reißen, sich aufrollen oder nach dem ersten Training ausleiern. Es sollte elastisch, atmungsaktiv und nicht zu warm sein. Wenn der Stoff keine Feuchtigkeit ableitet, wirst du nach zehn Minuten auf der Stange rutschen statt Tricks zu halten.
Ebenso wichtig ist die Haftung. Pole Dance Kleidung steht ständig in Kontakt mit Metall. Wenn der Stoff zu glatt oder zu dick ist, funktionieren viele Figuren einfach nicht.
Außerdem sollte die Kleidung gut sitzen – eng, aber nicht einschnürend. Sie darf nicht verrutschen, sich aufrollen oder dich ablenken. Im Idealfall fühlt sie sich an wie eine zweite Haut: Sie bewegt sich mit dir, nicht gegen dich.
Geeignete Materialien
Diese Anforderungen erfüllen moderne synthetische Stoffe am besten. Sie sind robust, elastisch, trocknen schnell und beeinträchtigen die Haftung an der Stange nicht. Unterschiedliche Teile des Outfits – Top, Shorts, Leggings oder Korsett – können aus verschiedenen Stoffen bestehen, je nach Funktion. Hier sind die beliebtesten Materialien:
Lycra
Eines der beliebtesten Materialien für Trainingskleidung. Es dehnt sich gut, sitzt eng am Körper und schränkt die Bewegung nicht ein. Es rutscht nicht an der Stange und nimmt Feuchtigkeit nur langsam auf – ideal für intensive Workouts. Perfekt für Tops, Shorts und Overalls.
Wichtig ist, hochwertige Lycra zu wählen: Billige Varianten verlieren schnell ihre Form, werden durchsichtig und leiern aus. Gute Lycra bleibt formstabil und angenehm – auch nach vielen Wäschen.
Nylon
Ein strapazierfähiges, glattes und leichtes Material, das häufig in Sportkleidung verwendet wird. Es dehnt sich gut, trocknet schnell und staut keine Wärme. Beim Pole Dance ist das ein Vorteil:
- haftet nicht an der Haut,
- behindert Bewegungen nicht,
- hält häufiger Wäsche und Belastung stand.
Allerdings kann Nylon glatter sein als Lycra oder Biflex, daher wird es oft für lockere Elemente verwendet – wie Überwürfe, Hosen, Flügel oder dekorative Einsätze. Für Tops und Shorts nur, wenn die Haftung nicht entscheidend ist.
Polyamid
Ein weiteres beliebtes Material in der Tanzkleidung. Es ist leicht, stark, sehr elastisch und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Es ist atmungsaktiv, trocknet schnell und behält seine Form auch nach vielen Waschgängen.
Für Pole Dance ist es eine gute Wahl – besonders in Kombination mit Elasthan. Solche Stoffe sitzen eng, rollen sich nicht auf und behindern die Bewegung nicht. Polyamid wird häufig für Tops, Shorts und Bodys verwendet.
Aber Vorsicht: Wenn der Stoff zu glatt ist, fehlt der Grip. Achte immer auf die Struktur – wenn er in den Händen rutscht, wird er das auch an der Stange tun.
Biflex
Einer der „tänzerischsten“ Stoffe überhaupt. Es ist eine Kombination aus Polyamid und Elasthan, die sich in beide Richtungen dehnt. Kleidung aus Biflex:
- sitzt perfekt am Körper,
- drückt nicht,
- rollt sich nicht auf,
- schränkt Bewegungen nicht ein.
Er ist weich, elastisch und gleichzeitig sehr robust – ideal für intensives Training und Auftritte. Er knittert nicht, trocknet schnell und ist pflegeleicht. Häufig verwendet für Tops, Shorts, Leggings und Bodys.
Wenn Biflex jedoch zu glänzend ist, kann er auf der Stange rutschig sein. Am besten wählst du matte oder leicht strukturierte Varianten.

Sportstoffe mit Kompression
Dies sind dieselben Stoffe, aus denen Leggings, Rashguards und Sporttops hergestellt werden. Sie liegen eng an, erzeugen leichte Kompression – unterstützen die Muskeln und fördern die Durchblutung. Im Pole Dance bedeutet das: weniger Vibration, mehr Stabilität.
Diese Stoffe dehnen sich gut, sind atmungsaktiv, trocknen schnell und halten Belastung stand. Der enge Sitz hilft, den Körper besser zu kontrollieren und sich auf die Technik zu konzentrieren.
Achtung: Kompressionsstoffe sind nicht für jeden geeignet. Manche empfinden sie als zu eng oder zu warm – probiere sie am besten vor dem Kauf an.
Kunstleder
Im Pole Dance steht Kunstleder für Stil, Ausdruck und Charakter. Es sieht edel aus, verleiht Stärke und wird oft in Bühnenoutfits verwendet. Manche Tänzerinnen tragen es auch beim Training, vor allem in Tops oder Korsetts.
Modernes Kunstleder ist weich und elastisch, oft mit dehnbarem Futter. Es dehnt sich gut, schränkt Bewegungen nicht ein und behält seine Form. Nachteil: Es ist nicht atmungsaktiv, kann also warm und feucht werden. Für Fotoshootings oder Shows perfekt, im Training aber mit Vorsicht zu tragen.
Auch der Grip ist nicht ideal. Deshalb sollte Kunstleder mit freier Haut oder griffigeren Stoffen kombiniert werden. Es ist besser als Akzentmaterial, nicht für das ganze Outfit.
Wenn du nicht nur den Stoff, sondern auch den Schnitt suchst — Top, Shorts oder Body — sieh dir unseren Artikel Welche Kleidung brauchst du für Pole Dance an. Dort findest du Tipps, wie du das ideale Outfit wählst, das deine Figur betont und Bewegungsfreiheit bietet.
Netzstoff
Ein vielseitiges und beliebtes Element in der Pole Dance Kleidung. Aus Netzstoff werden gefertigt:
- Einsätze,
- Ärmel,
- Boleros,
- Tops,
- und ganze Bodys.
Er ist leicht, elastisch, atmungsaktiv und angenehm zu tragen. Je nach Dichte und Zusammensetzung eignet sich feines, weiches Netz für Training, dichteres und dekoratives für Shows und Fotos. Netz bietet Stil und Belüftung, aber keinen Grip – daher sollten Tricks mit Hautkontakt ausgeführt werden.
Nylon (Strümpfe oder dünne Stoffe)
Wird meist in Strumpfhosen oder als Teil eines Outfits verwendet. Dünn, anschmiegsam und kaum spürbar – betont die Beine und verlängert sie optisch.
Auf der Bühne oder im Shooting – ein großartiger Akzent. Beim Training – mit Vorsicht, da Nylon leicht reißt, rutschig ist und keinen Halt bietet. Ideal für exotische oder sinnliche Stile, bei denen kein starker Grip nötig ist.
Jedes dieser Materialien hat seinen Zweck. Wichtig ist zu verstehen: Im Pole Dance ist der Stoff ein Werkzeug. Wähle ihn also nicht nur nach Mode, sondern nach Funktionalität.
Materialien, die man vermeiden sollte
Es gibt Stoffe, die mehr stören als helfen. Besser darauf verzichten:
- Baumwolle – saugt Schweiß auf, klebt am Körper und verformt sich.
- Seide und Satin – schön, aber zu rutschig.
- Dicker Jersey – staut Wärme und dehnt sich ungleichmäßig.
- Billige Synthetik – kann Haut reizen und leicht reißen.
Wenn der Stoff rutscht, wärmt, sich nur in eine Richtung dehnt oder „ein Eigenleben führt“, ist er nicht für Pole Dance geeignet. Besser gleich vermeiden.
Die Wahl des richtigen Stoffes für Pole Dance ist kein Luxusproblem oder Modefrage. Es geht um Technik, Komfort und Sicherheit bei jeder Bewegung. Und wenn du dich im Spiegel wohlfühlst – hast du alles richtig gemacht.